Arbeitsstress und Jobwechsel – Studie von monster.at

Evaluierung psychischer BelastungenWer den Eindruck hat, die Belastungen am Arbeitsplatz hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, ist in guter Gesellschaft: Laut einer Umfrage des Online-Karriereportals Monster.at vertreten 41 Prozent von rund 1000 Befragten „voll und ganz“ die Ansicht, dass der Arbeitsdruck stark zugenommen hat. 46 Prozent stimmen dieser Aussage „einigermaßen“ zu. „Man hätte es gern ein bisschen langsamer“, resümierte Paul Eiselsberg, Senior Research Director vom Imas-Institut, am Mittwoch bei der Präsentation der Umfrage, die Teil der Jobwechsler-Studie 2014/1 von Monster Worldwide Austria war. 

Über das Phänomen „Burnout“ macht sich kaum noch jemand lustig. Das „Ausbrennen“ wird von jedem zweiten unselbständig Erwerbstätigen als „ernst zu nehmende Krankheit durch Überlastung im Beruf, für die auch private Ursachen verantwortlich sind“, bewertet. Für 33 Prozent ist Burnout eine schwerwiegende Krankheit, die sich durch steigenden Druck und Geschwindigkeit am Arbeitsplatz in Zukunft häufen werde. „Die Mehrheit ist also der Meinung, dass man mit einem Burnout kein Tachinierer ist“, so Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales von Monster Austria.

Im wissenschaftlichen Sinn sei Burnout keine Krankheit, betont der Arzt Kurosch Yazdi von der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg in Linz. Das Gefühl, erschöpft und ausgebrannt zu sein, gelte laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ein Problem der Lebensbewältigung, also als belastender Faktor, der zu Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Alkoholsucht oder Bandscheibenvorfall führen könne – aber nicht müsse.

Entstigmatisierung psychischer Krankheiten Das Wort Burnout werde oft als Modeerscheinung abgetan, doch habe es viel zur Entstigmatisierung psychischer Krankheiten beigetragen, so Yazdi. „Ich habe ein Burnout“ sei halt leichter auszusprechen als: „Ich bin depressiv.“

Um Burnout vorzubeugen, müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen: Der Arbeitgeber habe eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Arbeitnehmer, dieser wiederum müsse auf seine Gesundheit achten. Im Idealfall sorgen die Vorgesetzten für ein gut zu bewältigendes Arbeitspensum und ein wertschätzendes Betriebsklima, während die Angestellten etwa durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf ihr Scherflein beitragen. Langfristig ist die vielzitierte Balance zwischen Stress und Erholung anzustreben. Burnout könne man nicht bestimmten Berufsgruppen zuordnen, sagt der Arzt. Es könne den Installateur, der sich als Ein-Personen-Unternehmen seine Brötchen verdient, genauso treffen wie den Top-Manager.

Jeder Fünfte denkt an den Absprung Etwa ein Fünftel der befragten unselbständig Erwerbstätigen hat in den vergangenen Monaten daran gedacht, den Job zu wechseln. Es sind vor allem jüngere Personen zwischen 16 und 29 Jahren, die mit dem Gedanken spielen, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. 11 Prozent der Befragten setzen sich sogar täglich mit Wechselabsichten auseinander, sind also quasi kurz vor dem Absprung.

Die Hauptgründe, warum man seiner Firma den Rücken kehren will, liegen – wie schon in den Umfragen davor – im zu geringen Gehalt (43 Prozent), im schlechten Betriebsklima (37 Prozent) und im Eindruck, dass die eigene Arbeit nicht geschätzt und anerkannt wird (32 Prozent).

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